Waffenrechtliche Verlässlichkeitsprüfung

Seit 1.7.1997 gilt die Durchführungsverordnung zum Waffengesetz. Bewerber um eine Waffenbesitzkarte (Erwerb und Besitz einer Waffe) oder einen Waffenpass (Erwerb, Besitz und Führen einer Waffe) müssen demnach ein psychologisches Gutachten vorlegen, die so genannte Waffenrechtliche Verlässlichkeitsprüfung.

Dauer: Für eine waffenrechtliche Verlässlichkeitsprüfung sollten Sie ca. zwei Stunden Ihrer Zeit einplanen. Zwischen den einzelnen Verfahren können gerne Pausen eingelegt werden.

Ablauf: Die waffenrechtliche Verlässlichkeitsprüfung beginnt mit einem ca. 30-40 minütigen Anamnese- und Explorationsgespräch zu Ihrem Lebenslauf sowie der speziellen Erfassung der Gründe und Motive für den Erwerb einer Waffenbesitzkarte oder eines Waffenpasses. In weiterer Folge werden Ihnen am computergesteuerten Testsystem mehrere persönlichkeits-diagnostische Selbstbeurteilungsfragebögen vorgegeben, welche Ihre Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale im Hinblick auf den Umgang mit Waffen erfassen. Abschließend werden in einem persönlichen Gespräch Ihre Testergebnisse besprochen. (= Screening)

Im Falle einer positiven Beurteilung bekommen Sie das psychologische Gutachten zur waffenrechtlichen Verlässlichkeit nach der Untersuchung per Post an die Privatadresse zugesandt, auf Wunsch wird es auch an die zuständige Behörde geschickt. Das positive psychologische Gutachten muss gemeinsam mit anderen Unterlagen, wie beispielsweise den Waffenführerschein, bei der zuständigen Verwaltungsbehörde vorgelegt werden, um das Waffendokument ausgestellt zu bekommen.

Sollten aufgrund der Ergebnisse Zweifel betreffend einer positiven Beurteilung auftreten, können Sie wählen, ob Sie eine weiterführende Begutachtung wollen oder sich für den Abbruch der Untersuchung entscheiden. Im letzteren Fall wird kein Gutachten erstellt. Bei einer Fortsetzung bearbeiten Sie weitere Fragebögen und haben Gelegenheit, in einem ausführlichen Gespräch mit dem Psychologen genau auf jene Punkte einzugehen, die Zweifel an Ihrer waffenrechtlichen Verlässlichkeit aufkommen haben lassen. Bei abschließender positiver Beurteilung wird ebenfalls das Gutachten per Post zugeschickt, im Falle eines negativen Ergebnisses wird hingegen kein Gutachten erstellt. (= erweiterte Überprüfung)

Die Ergebnisse und das aus den Ergebnissen resultierende psychologische Gutachten zur waffenrechtlichen Verlässlichkeit unterliegen unsererseits dem Datenschutz und der Vertraulichkeit. Im Falle eines Erstantrages erhalten nur Sie als Antragsteller das Gutachten, im Falle der behördlichen Zuweisung muss das Gutachten darüber hinaus der zuweisenden Behörde übersendet werden.

Preise

  • Beim Erstantrag einer Waffenbesitzkarte oder eines Waffenpasses ist der Preis gesetzlich festgelegt: € 283,20.
  • Weiterführende Untersuchung bei Zweifel auf Grund des Ergebnisses der Erstuntersuchung: nach Vereinbarung
  • Wenn Sie bereits im Besitz einer Waffenbesitzkarte sind und eine Auffälligkeit behördlich festgestellt wurde: nach Vereinbarung.

Privatsphäre und Datenschutz

All Ihre Angaben und Ergebnisse werden vertraulich und diskret behandelt. Nur Sie als Antragsteller haben das Recht auf Einsicht in Ihre Daten und Testergebnisse.
Einzige Ausnahme: Bei behördlichen Zuweisungen muss auch die Behörde mittels Gutachten informiert werden.

Allgemeine Empfehlungen

  • Bitte vermeiden Sie am Vorabend vor der Überprüfung den Konsum von Alkohol.
  • Bitte nehmen Sie am Tag der Überprüfung nur ärztlich verordnete Medikamente ein (beispielsweise Bluthochdruckmittel). Darüber hinaus nehmen Sie bitte keine Medikamente (beispielsweise Beruhigungsmittel) zu sich, da sie Ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können.
  • Sofern Sie eine Brille tragen, bitte denken Sie daran, diese zur Überprüfung mitzunehmen.

Die Bezahlung erfolgt vor Ort vor Überprüfungsbeginn in bar.